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Madeira Wander
Ratgeber

Wal- und Delfinbeobachtung auf Madeira: Arten, Saison und Regeln

28 bestätigte Walarten rund um Madeira, was die Forschung über die Jahreszeiten sagt, die gesetzlichen Annäherungsregeln und wie man prüft, ob ein Anbieter zugelassen ist.

28 Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Wal- und Delfinbeobachtung auf Madeira: Arten, Saison und Regeln

Madeira gehört zu den wenigen Orten in Europa, an denen man das ganze Jahr über bei einer kurzen Bootsfahrt Wale und Delfine sehen kann. Das Museu da Baleia da Madeira zählt 28 im Archipel bestätigte Walarten, und die Beobachtung ist durch ein eigenes Regionalgesetz geregelt, das Decreto Legislativo Regional n.º 15/2013/M, das Abstände, Geschwindigkeiten und Zeiten für jedes Boot festlegt. Dieser Leitfaden erklärt, welche Arten wann vorkommen, was das Gesetz verlangt und wie man erkennt, ob ein Anbieter zugelassen ist.

Das Wichtigste

  • Bestätigte Arten: 28 im Madeira-Archipel — 7 Bartenwale und 21 Zahnwale einschließlich Delfine (Museu da Baleia da Madeira, 2025).
  • Gesetz: Decreto Legislativo Regional n.º 15/2013/M vom 14. Mai 2013 — Verordnung über die Beobachtung von Meereswirbeltieren in der Autonomen Region Madeira.
  • Mindestabstand bei aktiver Annäherung: 50 m zu jedem Meeressäuger; 25 m zu Meeresschildkröten.
  • Zeit bei den Tieren: bis zu 10 Minuten pro Boot und insgesamt 40 Minuten für alle Boote bei derselben Gruppe.
  • Nachtbeobachtung: verboten, außer bei Seevögeln und genehmigten wissenschaftlichen Arbeiten oder Filmaufnahmen.
  • Museum: Museu da Baleia da Madeira, Caniçal — Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr geöffnet.

Welche Wale und Delfine kann man rund um Madeira sehen?

Von den weltweit rund 78 Walarten wurden laut Museu da Baleia da Madeira 28 in den Gewässern Madeiras bestätigt, regelmäßig oder gelegentlich. Sieben gehören zu den Bartenwalen (Mysticeti), 21 zu den Zahnwalen (Odontoceti), zu denen Delfine, Grindwale und der Pottwal zählen.

Das Museum schreibt, dass die großen Bartenwale diese Gewässer auf der Durchreise oder saisonal nutzen und einzelne Tiere mehrere Monate bleiben. Finnwale, Brydewale und Seiwale wurden bei der Nahrungsaufnahme beobachtet, bei den ersten beiden wurden auch Kälber nachgewiesen. Unter den Zahnwalen sind manche Arten saisonal anwesend — das Museum nennt den Gemeinen Delfin —, andere ganzjährig, etwa der Große Tümmler.

Wann ist die beste Zeit für welche Art?

Einen einzigen besten Monat gibt es nicht, denn jede Art hat ihre eigene Hochsaison. Die ausführlichste öffentliche Quelle ist eine Studie von 2021 in Frontiers in Marine Science (Fernandez, Alves und Kollegen), die 8.607 Sichtungen von 23 Arten modellierte, aufgezeichnet von Whale-Watching-Booten an 3.138 Tagen zwischen Januar 2003 und Dezember 2018. Die Ergebnisse beschreiben Habitateignung, keine garantierten Sichtungen, zeigen aber klare saisonale Muster:

Art Höhere Habitateignung (Modell 2003–2018)
Großer Tümmler Ganzjährig, kaum saisonale Schwankung
Gemeiner Delfin Dezember bis Juni (Winter und Frühling)
Atlantischer Fleckendelfin Juni bis Oktober
Kurzflossen-Grindwal Spätsommer, Herbst und Winter; geringer von März bis Juli
Brydewal Leichter Anstieg von Juni bis Januar
Pottwal Juni bis November
Finnwal Februar bis Mai
Blau-Weißer Delfin Frühling bis Frühsommer
Rauzahndelfin Juli bis Oktober
Blainville-Schnabelwal Sommer und Frühherbst

Praktisch heißt das: In jedem Monat gibt es ansässige oder saisonale Arten, aber die Zusammensetzung ändert sich. Im März sucht man eher nach Gemeinen Delfinen und Finnwalen, im August nach Fleckendelfinen, Brydewalen und Pottwalen. Der Seegang zählt so viel wie der Kalender: Bei ruhiger See sind die Tiere viel leichter zu entdecken, und die Nordküste ist meist rauer als die Südküste.

Was sagt das Gesetz zur Annäherung an Wale und Delfine?

Das Decreto Legislativo Regional n.º 15/2013/M gilt für kommerzielle Touren, wissenschaftliche Arbeiten und auch für private Sportboote. Die wichtigsten Regeln für Wale stehen in den Artikeln 6 bis 9 der Verordnung:

  • Annäherungszone (300 m): Ein Boot gilt als in Annäherung, sobald es weniger als 300 m vom nächsten Tier oder von der nächsten Gruppe entfernt ist. Zwischen 300 und 100 m sind höchstens 12 Knoten erlaubt, zwischen 100 und 50 m höchstens 8 Knoten.
  • Mindestabstand: Aktive Annäherung auf weniger als 50 m an einen Meeressäuger ist verboten. Kommen die Tiere von selbst, behält das Boot Kurs und Geschwindigkeit bei.
  • Winkel: parallel und von schräg hinten, etwa 30° zur Schwimmrichtung, sodass den Tieren ein freies Sichtfeld von 180° nach vorn bleibt — nie frontal, direkt von hinten oder quer zur Bahn.
  • Zeit: Jedes Boot darf bis zu 10 Minuten im Beobachtungsbereich bleiben, alle Boote zusammen höchstens 40 Minuten, gerechnet ab Ankunft des ersten.
  • Anzahl der Boote: An der Südküste zwischen der Ostgrenze der Gemeinden Santa Cruz und Calheta (Zone I) dürfen höchstens zwei Boote zwischen 50 und 100 m, zwei zwischen 100 und 300 m und vier zwischen 300 und 500 m sein. In den übrigen Gebieten (Zone II) eins, eins und zwei.
  • Wartezeit: Boote außerhalb der Annäherungszone müssen nach dem Abfahren des letzten Bootes mindestens 120 Minuten warten, bevor sie hineinfahren.

Verboten ist außerdem: Tiere zu verfolgen, Gruppen zu trennen oder Kälber zu isolieren, sie zu berühren, etwas nach ihnen zu werfen, Sonar zu benutzen, rückwärts zu fahren (außer im Notfall) und Meeressäuger in weniger als 300 m Höhe und 150 m Abstand zu überfliegen. Luftfahrzeuge und Jetskis dürfen nicht als Beobachtungsplattform dienen, außer für Wissenschaft oder genehmigte Filmaufnahmen. Schwimmen mit Meeressäugern ist verboten; die einzige Ausnahme ist die Unterwasserbeobachtung zweier Arten — Gemeiner Delfin und Fleckendelfin — mit höchstens vier Personen, die sich an einer am Boot befestigten Leine festhalten.

Wie viele Whale-Watching-Boote sind erlaubt?

Die Aktivität ist begrenzt. Die Portaria n.º 46/2014 vom 22. April legte höchstens 21 Plattformen in den Häfen und Marinas von Machico, Santa Cruz, Funchal und Câmara de Lobos fest, 6 in Ribeira Brava, Ponta do Sol und Calheta, 6 in Porto Moniz und São Vicente sowie 4 auf Porto Santo. Jede Plattform darf höchstens drei Fahrten pro Tag machen. Dieselbe Portaria legte ein 1.021 km² großes Gebiet fest, in dem Walbeobachtung ausgeschlossen ist.

Wie wählt man einen zugelassenen, verantwortungsvollen Anbieter?

Dieser Leitfaden empfiehlt keine Anbieter. Die Verordnung nennt aber konkrete Punkte, die man prüfen kann:

  1. Genehmigung. Kommerzielle Touren brauchen eine Genehmigung des regionalen Naturschutzdienstes, die nur lizenzierte Tourismus-Animationsunternehmen oder maritime Tourismusanbieter mit Registrierung bei der Seebehörde erhalten. Betrieb ohne Genehmigung gilt als sehr schwerer Verstoß, mit Bußgeldern von 15.000 € bis 40.000 € für Unternehmen.
  2. Ausgehängte Lizenz. Die Lizenz muss gut sichtbar am Empfangspunkt, auf dem Boot und in den Fahrzeugen für den Kundentransport ausgehängt sein.
  3. Flagge und Funk. Zugelassene Boote führen eine Kennflagge der Aktivität und ein funktionierendes UKW-Funkgerät, mit dem die Reihenfolge an einer Gruppe abgestimmt wird.
  4. Einweisung. Der Anbieter muss über die Arten und ihr Ökosystem informieren, die Verhaltensregeln zusammenfassen und ein Exemplar der Verordnung an Bord haben.
  5. Keine Schwimm-Versprechen. Angebote zum Schwimmen mit Walen oder mit anderen Arten als den beiden genannten Delfinen oder Versprechen sehr naher Begegnungen widersprechen dem Gesetz.

An Bord lohnt es sich, die offiziellen Störungsanzeichen zu kennen: deutlicher Richtungs- oder Tempowechsel, Fluchtschwimmen, längere Tauchgänge und kürzere Zeit an der Oberfläche, wiederholtes Schlagen mit der Schwanzflosse und Alttiere, die sich zwischen Kälber und Boot schieben. Dann muss sich das Boot hinter den Tieren entfernen.

Was zeigt das Museu da Baleia in Caniçal?

Das Walmuseum erzählt die andere Seite der Geschichte. Seine Gründung schlug 1989 Eleutério Reis, letzter Geschäftsführer der Empresa Baleeira da Madeira, der Gemeinde Machico vor; er wurde der erste Direktor. Formell gegründet am 26. Februar 1990, öffnete es am 28. Mai 1990 im alten Fischmarkt von Caniçal, um die Erinnerung an den 40 Jahre lang (1941–1981) im Archipel betriebenen Walfang zu bewahren, dessen Zentrum Caniçal war. 1996 baute es das regionale Strandungsnetz für Wale auf, und am 2. September 2011 eröffnete es sein heutiges Gebäude.

Die zwei Dauerausstellungen behandeln die Geschichte des Walfangs sowie Wale und Meeresumwelt. Praktisches laut Website des Museums:

  • Adresse: Rua Garcia Moniz 1, 9200-031 Caniçal (GPS 32.735911, -16.740579).
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr.
  • Eintritt (Preisliste Juli 2026): Erwachsene 15 €; Kinder 6–11 Jahre 7,50 €; 12–17 Jahre und Studierende 10 €; über 65 Jahre 10 €. Freier Eintritt am 18. Mai und 27. September.
  • Anfahrt: SIGA-Buslinie 113 oder mit dem Auto über die Schnellstraße Funchal–Caniçal, Ausfahrt „Caniçal Oeste“, dann der Beschilderung folgen.

Caniçal ist auch Ausgangspunkt für den Wanderweg zur Ponta de São Lourenço und die kleine Prainha do Caniçal, sodass das Museum gut in einen Tag im Osten Madeiras passt. Meeresleben, das man vom Ufer oder unter Wasser sehen kann, bietet das Meeresschutzgebiet Garajau.